AquaBrain war zuerst der Name einer offenen Datenplattform. Sie entstand im Forschungsprojekt 5GLa unter Leitung des Landkreises Uelzen und wurde dort unter realen Feldbedingungen erprobt. In diesem Projekt lernten sich die Menschen kennen, die heute AquaBrain tragen: Benjamin Kromayer plante und steuerte das Projekt, Lukas Lange und sein Team entwickelten Teile der Software, Prof. Klaus Röttcher brachte die Wasserwirtschaft ein.
Aus vielen Gesprächen wurde Dirrigent: die Idee, analoge Wasseruhren mit dem Smartphone ablesbar zu machen, statt sie auszutauschen. Damit das nicht mit dem Ende eines Forschungsprojekts endet, gründeten sie 2026 die AquaBrain GmbH. Sie bringt die Plattform in den Dauerbetrieb und macht sie für Verbände verfügbar.
„Software interessiert mich nur dort, wo ein Problem jeden Tag wiederkommt. Die Ablesung von Wasseruhren ist so ein Problem.“
Benjamin Kromayer baut seit fast drei Jahrzehnten Unternehmen. Von 1997 bis 2010 lebte und arbeitete er in Brasilien, zurück in Deutschland führte er in Hamburg ein Unternehmen, dessen papierlastigen Betrieb er vollständig digitalisierte und dem er so neue Vertriebswege erschloss. Später übernahm er die Geschäftsführung eines Softwareunternehmens in Niedersachsen und plante und steuerte das Forschungsprojekt 5GLa sowie das Projektmanagement von KIBrain.
Er führt das Unternehmen: Strategie, Planung und Finanzen, Produktentwicklung, Vertrieb und die Zusammenarbeit mit Verbänden, Forschung und Partnern. Für Verbände, die Dirrigent einführen wollen, ist er der erste Ansprechpartner.
Seit 1998 baut er für seine Betriebe eigene Anwendungen, weil ihm Standardlösungen zu starr, zu teuer oder zu umständlich waren. 2005 arbeitete sein Büro in Brasilien bereits papierlos. Software interessiert ihn dort, wo Medienbrüche Zeit und Genauigkeit kosten.
Sein Interesse galt lange der regenerativen Landwirtschaft: Agroforstsystemen und fairen Wertschöpfungsketten in Brasilien, für die er 2017 ein Fair-Trade-Unternehmen in Berlin mitgründete. Niedersachsen kennt er aus seinen Jahren in Lüneburg und aus vielen Projekten in der Region. Die Wasserwirtschaft hat ihm Klaus Röttcher nahegebracht, über Jahre der Zusammenarbeit.
„Ich kenne die Plattform seit ihren ersten Zeilen. Jetzt muss sie auch im Betrieb bestehen. Das ist der Teil, der mich reizt.“
Lukas Lange hat an der Ostfalia Hochschule in Suderburg Informatik studiert, auf demselben Campus, auf dem heute das INBW forscht. Danach arbeitete er bei lünecom in Lüneburg, einem Netzbetreiber, der Glasfaser vor allem in ländliche Regionen Norddeutschlands bringt. 2023 gründete er die Blue Sky Operations GmbH (BSO) in Neetze bei Lüneburg mit und führt sie seitdem als Geschäftsführer.
Lukas verantwortet die technische Entwicklung und den Betrieb von Dirrigent: App, Portal und Cloud-Infrastruktur. Sein Team bei der BSO entwickelt die Software im Auftrag der AquaBrain GmbH und betreibt sie auf eigenen Servern in Deutschland.
Lukas kennt die AquaBrain-Plattform seit ihren ersten Zeilen. Im Forschungsprojekt 5GLa übernahm die BSO Teile der Softwareentwicklung, darunter die Benutzeroberfläche, die automatische Erzeugung von Luftbildkarten und die Geodaten-Anwendungen.
Im Forschungsprojekt 5GLa hat Lukas gesehen, wie viel Arbeit in den Verbänden noch über Papier und Zettel läuft, obwohl die Menschen dort mit knappem Wasser umgehen müssen. Software, die auf dem Feld funktioniert und den Verbänden Zeit zurückgibt, ist für ihn die spannendste Aufgabe: technisch anspruchsvoll, mit sichtbarem Nutzen.
Leiter des INBW · Projektleiter von Dirrigent und weiteren Forschungsprojekten zu Bewässerung und Wassermanagement · wissenschaftlicher Beirat der AquaBrain GmbH
Prof. Röttcher ist wissenschaftlicher Beirat der AquaBrain GmbH — nicht als Angabe auf dem Briefpapier, sondern als Teil der laufenden Arbeit. Er gestaltet mit, prüft Methodik und Ergebnisse und unterstützt bei der Einführung in den Verbänden.
Dirrigent ist zugleich Produkt im Verbandsalltag und laufendes Forschungsprojekt. Was im Feld auffällt, geht zurück in die Untersuchung. Was dort geprüft wird, kommt zurück ins Produkt.
Als Fachmann für Hydrologie und Wasserwirtschaft wird Klaus Röttcher regelmäßig von Medien und Fachöffentlichkeit um Einordnung gebeten, zuletzt zur Niedrigwasserlage in Norddeutschland.
Das Institut für nachhaltige Bewässerung und Wasserwirtschaft im ländlichen Raum steht in einer Tradition, die bis zur Wiesenbauschule Suderburg von 1853 zurückreicht. Es begleitet Entwicklung und Validierung von Dirrigent und forscht an der automatischen Erkennung von Zählerständen.
Die BSO aus Neetze entwickelt die Dirrigent-Software im Auftrag der AquaBrain GmbH und betreibt die Cloud-Infrastruktur. Im Forschungsprojekt 5GLa war sie bereits an der Entwicklung der Plattform beteiligt.
Von der Forschung in den Betrieb.
Die Ablesung ist das erste Feld, in dem wir verlässliche Daten liefern. Die nächsten Ausbaustufen für 2027 und 2028 haben wir im August 2026 gemeinsam mit dem INBW festgelegt:
Eigene Zählerstandserkennung. Ein Erkennungsmodell, das auf Wasserzähler unter Feldbedingungen trainiert ist: Spiegelungen, Schmutz, schräger Blickwinkel, schlechtes Licht.
Kontingente. Die Entnahmerechte jedes Betriebs und wie weit sie im laufenden Jahr ausgeschöpft sind.
Beregnung je Kultur. Beregnungsgaben für einzelne Teilflächen, abgestimmt auf die angebaute Frucht, mit Daten aus dem Betriebsmanagement.
Stromzähler. Die Zähler der Pumpen als weitere Zählerart auf derselben Plattform.
Die Perspektive dahinter: eine KI-gestützte Entscheidungshilfe für die Bewässerungslogistik. Jede Stufe entsteht zuerst in der Forschung und geht dann in den Betrieb.
Die sechs Handlungsfelder auf der Startseite →Ob Verband, Behörde oder Forschung: Wir nehmen uns Zeit für ein Gespräch — in Bienenbüttel, in Suderburg oder bei Ihnen vor Ort.
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